SnowRunner

RELEASEDATUM: 28. April 2020
GENRE: Fahrzeugsimulation
USK: Ab 0 Jahren
PUBLISHER: Focus Home Interactive, astragon Entertainment
ENTWICKLER: Saber Interactive
PLATTFORMEN: PlayStation 4, Xbox One, PC

Schlammige Straßen, verschneite Wege oder überschwemmte Abschnitte – all das erwartet uns in SnowRunner. Das Werk aus dem Hause Saber Interactive ist nichts für Fahranfänger, so viel können wir jetzt schon verraten. Ob wir es geschafft haben die Lieferungen sicher von A nach B zu bringen, erfahrt ihr im folgendem „Getestet“.

Die Wildnis ruft in SnowRunner

In SnowRunner gilt es, die ungezähmte und offene Wildnis der USA und Russlands zu bezwingen. Als selbstständiger Fernfahrer müsst ihr Aufträge für verschiedene Konzerne erfüllen oder eine der vielen auf der Karte zu findenden Missionen erledigen. Hierfür stehen euch insgesamt 40 verschiedene Fahrzeuge von namenhaften Herstellern wie Ford, GMC, CAT oder Western Star zur Verfügung. Die Fahrzeuge werden in fünf Kategorien (Schnellstraße, Heavy Duty, Schwer, Offroad, Scout) unterteilt und so könnt ihr immer das passende Gefährt für die entsprechende Aufgabe aussuchen.

Seid ihr neu auf einer Karte, gilt es, in der Regel, erstmal mit dem Scout die Karte zu erkunden. Fahrzeuge dieser Kategorie sind meist Geländewagen, welche auf den unebenen Wegen bestens zurecht kommen und ziemlich wendig sind. Denn um neue Kartenabschnitte aufzudecken, solltet ihr als erstes die Wachtürme suchen, wodurch neue Missionen, Fahrzeuge und Upgrades sichtbar werden.

Autoschrauber gesucht

Habt ihr Teile der Karte aufgedeckt, geht es meistens mit dem Sattelschlepper los, in dem ihr die ersten Waren von A nach B bringt und ein paar Dollar verdient. Mit dem Geld könnt ihr neue Trucks kaufen und vorhandene Trucks auf- oder umrüsten. Denn nicht immer habt ihr den passenden Truck zur Verfügung. Es gilt, neben den nötigen PS auch die richtige Bereifung und Rahmenaufsatz zu haben. Der Rahmenaufsatz bestimmt, was euer Gefährt für Arbeit verrichten kann. Sei es das Ziehen von Anhängern, das Bergen von Gut durch einen Kran oder das Reparieren defekter Fahrzeuge mithilfe des Wartungsaufbaus.

Habt ihr das für die Aufgabe passende Fahrzeug in der Werkstatt zusammengeschustert, könnt ihr euch auf eine meist nervenaufreibende Tour gefasst machen. Denn anders als in anderen Fahrzeugsimulationen fahrt ihr nicht locker von der Sägemühle aus zur Baustelle und schon regnet es Scheine. In SnowRunner ist jeder Dollar hart verdientes Geld. So bleibt ihr regelmäßig mit euren PS-Boliden in dem unwegsamen Gelände stecken und müsst aufpassen, dass ihr nicht umkippt. Solltet ihr stecken bleiben, ist noch nicht alles verloren, denn ihr habt die Möglichkeit euch mittels Winde aus dem Schlamm, Schnee oder Dreck zu befreien, vorausgesetzt es gibt einen Haltepunkt für die Winde wie einen Baum oder Strommast. Ist eure Winde nicht stark genug, ihr habt euch komplett festgefahren oder seid sogar umgekippt, hilft nur noch eins – die Bergen-Funktion. Dies sollte aber euer letzter Ausweg sein, denn ihr werdet zurück zur Werkstatt transportiert und müsst gegebenenfalls wieder über die ganze Karte zu eurem Ziel gurken.

Zusammen statt Alleine

Wer nicht alleine spielen will, kann mit bis zu drei weiteren Freunden die Wildnis von Michigan, Alaska und Taymyr erkunden. Wie sagt man so schön: „Glück und Freude ist das Einzige, was sich verdoppelt, wenn man es teilt“. Neben dem gemeinsamen Erkunden hat das Spielen mit weiteren Fahrern einen großen Vorteil, denn ihr könnt euch auch gegenseitig aus dem Dreck ziehen und müsst nicht immer auf die Bergen-Funktion zurückgreifen. Einige Frustmomente können so vermieden werden und häufig kommt so etwas schneller voran. Zumindest, wenn nicht eure Begleiter die ganze Zeit feststecken.

Sowohl im Singleplayer als auch im Multiplayer habt ihr die Möglichkeit Mods zu laden. Bereits der erste Teil MudRunner hat eine große und aktive Modder-Community und diese soll auch an SnowRunner ihren Spaß haben. Denn Saber Interactive hat von Tag Eins an vollen Mod-Support gewährt. Bereits zum Release standen die ersten Mods zur Verfügung und das Implementieren funktionierte problemlos. Auf die Mods wollen wir aber an dieser Stelle nicht weiter eingehen, da diese nicht Bestandteil der Wertung von SnowRunner sind, anders als die prinzipielle Funktion.

Die Welt kann sich sehen lassen

Grafisch hat SnowRunner einiges zu bieten. Die Welten sind detailliert und auch die Fahrzeuge lassen sich sehen. Trotz der vollen Lizensierung einiger Hersteller, haben die Trucks und Jeeps ein akzeptables Schadensmodell. Denn eckt ihr an Steinen und Bäumen an, hinterlassen diese sichtbaren Spuren. Auch ein Sturz den Abhang hinunter zeichnet euer Fahrzeug sichtlich und nur ein kurzer Aufenthalt in der Werkstatt macht diesen wieder ungesehen. Solltet ihr auf ein wenig Individualisierung stehen, könnt ihr dies ebenfalls in der Werkstatt erledigen. Denn so gut wie alle Fahrzeuge haben verschiedene Lacke, zum Teil sogar Sonderlackierungen zur Verfügung. Oder ihr wechselt die Felgen und baut noch ein paar extra Lampen aufs Dach. Die Möglichkeiten sind dabei recht überschaubar, geben aber vor allem im Spiel mit Freunden euren PS-Boliden einen persönlichen Touch.

Aber zurück zur Technik. Im Zuge unseres Tests hatten wir nur einen Absturz und dieser war vor dem Day-One-Patch. Ruckler und nachladende Texturen sind uns auch nicht besonders ins Auge gesprungen. Lediglich die zum Teil fehlende Übersicht hat etwas gestört. So kam es in engen Abschnitten vor, dass die Kamera schwenkte und wir dadurch beinahe Bekanntschaft mit dem Abgrund machten. Nach einiger Zeit waren die Stellen jedoch recht gut vorhersehbar, was aber an der Grundproblematik nichts änderte.

Positiv

  • 40 lizensierte Fahrzeuge
  • Mod-Support
  • Realistische Fahrphysik
  • Untergründe haben großen Einfluss
  • Recht hoher Schwierigkeitsgrad
  • Anpassungsmöglichkeiten der Fahrzeuge für Aufträge

Negativ

  • Teilweise frustrierend
  • Fehlende Kameraübersicht
  • Zu Beginn langsamer Fortschritt

Es war mein erster ernstzunehmender Ausflug in dieses Genre. Denn wer hat noch nicht einen der unzähligen und schlecht programmierten Fahrzeugsimulatoren gespielt und genervt nach wenigen Minuten ausgemacht. Bei SnowRunner war es nicht der Fall. Neben der sehr ansehnlichen Grafik hat SnowRunner auch noch eine hervorragende Fahrzeug-Physik. Jeder Stein, jede Pfütze und kleinste Eisfläche hat Auswirkungen auf euer Gefährt. Nicht zu Letzt fragte ich mich manchmal, ob ich es hier mit dem Soulslike der Fahrzeugsimulationen zu tun habe. Einige Abschnitte musste ich mehrmals wiederholen, da ich immer wieder an derselben Stelle umgefallen bin, nur um dann anschließend 500 Meter weiter stecken zu bleiben. Hier bietet Saber Interactive einen hohen Schwierigkeitsgrad, mit einigen Frustmomenten, welcher sich aber nur selten unfair anfühlte. Besonders das Zusammenspielen mit Freunde hat mir gefallen, denn so konnte einige Passagen besser gelöst werden und die Stärken der jeweiligen Fahrzeugklassen besser genutzt werden. Für Langzeitmotivation dürfte mit den im Season Pass enthaltenen Inhalten und dem umfangreichen Mod-Support gesorgt sein.

Kevin

Redakteur

Unsere Wertung

 

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